Unser Osterfeuer

Mitte März 1995 machte sich eine kleine Gruppe junger Leute daran, die alte Tradition des Osterfeuers wieder aufleben zu lassen, die noch bis einige Jahre zuvor ausgiebig praktiziert wurde. Eine geeignete Fläche hatte uns dankenswerterweise die Stadt Uslar zur Verfügung gestellt. Diese Fläche unterhalb des Steimker Wegs dient auch heute noch zum Abbrennen des Feuers und ist nicht nur den Allershäusern als Osterfeuerplatz bekannt. Kurz vor Ostern musste diese kleine Gruppe der Aktiven jedoch feststellen, dass eine solche Veranstaltung mit so wenigen Leuten unmöglich durchzuführen war. Also wurde in der Bevölkerung nach weiteren Freiwilligen gesucht, die sich schnell fanden. Unter ihnen waren auch die etwas "älteren", die sich aufgrund ihrer Erfahrung in vielen Fällen als kluge Köpfchen erwiesen und den jüngeren noch heute mit Rat und Tat zur Seite stehe.

 

tl_files/images/bildosterfeuer2.jpg

 

Es kam der Ostersonntag, der zeigte, dass sich die Mühen und Anstrengungen der letzen 14 Tage aller Unkenrufe zum Trotz gelohnt hatten. Mehrere hundert Besucher aus Allershausen und Uslar kamen und sowohl Bratwurst als auch Bier mussten nachgeholt werden.

 

Ein Teil des Überschusses - der andere ging für die Reparatur des Treckers drauf, der von einem dicken Ast aufgespießt wurde - diente dazu, allen Helfern und Gönnern eine Party zu finanzieren. Diese Helferparty findet bis heute alljährlich im Herbst im Sporthaus statt. Die Stimmung ist dort eigentlich immer so gut, dass einige die Party erst dann verlassen, wenn frühmorgens keine ansprechenden Nahrungsmittel mehr vorhanden sind.

 

In den nächsten Jahren wurde die Zahl der jungen Helfer bei den Osterfeuern und den anderen Aktivitäten immer größer. Mittlerweile hat die Osterfeuergruppe über dreißig Mitglieder. Aber auch das Osterfeuer hat sich verändert. Es wird nicht mehr auf Paletten, sondern auf einem Gerüst von vielen Tannenstämmen aufgesetzt. Hierbei werden von den Mitgliedern jedes Jahr viele Stunden damit verbracht, die Bäume abzusägen und / oder das abgesägte Material zum Platz zu fahren um es dort aufzuschichten. Dies geschieht unter Zuhilfenahme vom schwerem Gerät, dass von netten Menschen zur Verfügung gestellt wird und ohne deren Hilfe solche Veranstaltungen nicht durchzuführen wären. Für das Wohl der Zuschauer werden keine Mühen gescheut, außer dass wir bei Regen kein großes Zelt aufbauen können. So wurde ein Großteil des Platzes in den letzen Jahren geschottert. Unser sehnlichster Wunsch ist es, irgendwann in naher Zukunft einen komplett geschotterten Platz zu haben. Weiterhin wird der Weg alljährlich so hergerichtet, dass das Feuer trockenen Fußes erreicht werden kann.

 

Frühes Aufstehen ist auch am Karfreitag angesagt, wenn alle pünktlich um 08.30 Uhr am Osterfeuerplatz sein müssen. Kurz vor halb kann dann der Allershäuser Frühaufsteher - eine Gattung, die an solchen Tagen nur vereinzelt zu finden ist - viele Jungen beobachten, die hastig zusehen, das Ziel rechtzeitig zu erreichen. Denn wer zu Spät kommt, den bestraft wie immer das Leben, und er muss die obligatorische Strafe von einer Kiste Bier, oder für die Minderjährigen eine Kiste Brause bezahlen. Wer gar nicht kommt, zahlt natürlich auch.

 

Zum Osterfeuer gehört selbstverständlich auch die Nachtwache von Samstag auf Ostersonntag, die in alter Tradition in einem Bauwagen gehalten und durch die bereits traditionelle 17-und-4 Meisterschaft verkürzt wird. Und wehe dem, der sich dem Feuer nähert!

 

Wie bereits erwähnt, übertraf das erste Osterfeuer all unsere Erwartungen. Auch in den folgenden Jahren kamen immer wieder viele Besucher, darunter erfreulicherweise viele Uslarer, aber auch Großstädter aus Köln, Berlin und Göttingen, die, wie Gespräche gezeigt haben, immer begeistert waren. Kurz gesagt hat sich das Osterfeuer schnell etabliert und ist für die Allershäuser und viele Uslarer nicht mehr wegzudenken. Und die Verantwortlichen werden zum Gelingen der Veranstaltung selbstverständlich weiterhin alles nur Mögliche tun.